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Historie


Eigentlich begann alles mit Opa Heinrich, der schon geboren war, bevor Fürst Bismarck Reichskanzler wurde. Heute wird Bismarck mit dem Satz zitiert:" Die erste Generation baut das Werk auf, die zweite Verwaltet es und die dritte studiert Kunstgeschichte!". Nun ich habe nicht Kunstgeschichte studiert, sondern wie der Opa Architektur, aber mit verwalten fing ich an.

Heinrich Ingerfeld, (1880-1976), Architekt BDA, hatte das Unglück gleich zwei Weltkriege zu durchleben, die er aber beide unbeschadet überstand und er hatte das Glück den Beruf des Architekten zur rechten Zeit gewählt zu haben. So begab es sich, dass so manche Schule und Kirche in Neuss vom Architekten Ingerfeld gebaut wurde und zwar gleich zweimal! Er wurde einer der angesehensten Architekten der Stadt Neuss.

Das Leben in alter Väter Sitte genießend, hat er das Verdiente auch gleich wieder "verjückt", aber seinen Söhnen doch noch ein ansehliches Haus in der Bleichstrasse hinterlassen. Wenn wir dessen Entstehung als Begin der Verwaltungstätigkeit sehen, verwaltet die HV-Ingerfeld seit 1938!

Der Sohn des Heinrich Ingerfeld, mein Vater Hans-Kurt Ingerfeld (1914-2003), studierte noch vor dem Krieg Pharmazie und erwarb nach der Währungsreform 1949, eine der wenigen käuflichen Apotheken (damals wurde das Recht an einer Apotheke noch von der Regierung vergeben) Deutschlands, die Hirsch-Apotheke in Dortmund.

Der ausgebombte Sitz der Apotheke befand sich Kaiserstraße 4. Das Grundstück wurde von der Stadt enteignet und Teil des heutigen Wallrings (B54). So entstannt im Jahre 1956 das markante schwarz-weiße Gebäude auf dem neu zugeteiltem Grundstück am Ostenhellweg Ecke Ostwall. Der bauführende Polier soll dabei einen Kasten Bier täglich vertilgt haben!

Mit wachsendem Immobilienbestand der Familie, wurde auch der Hausverwaltungsbereich ausgebaut, bis er nach Verkauf der Apotheke im Jahre 1994, zum Hauptstandbein wurde. Der Zeit entsprechend konzentrierte man sich auf Gewerbeimmobilien. Hans-Kurt Ingerfeld verstarb 2003 im Alter von 89 Jahren.

Mit Elan begab ich mich an die Umstrukturierung der Firma und legte mit verschiedenen Zukäufen und Umbauten einen klaren Schwerpunkt auf den gehobenen Wohnraum, wogegen Gewerbeobjekte -darunter auch der Stammsitz am Ostenhellweg- kontrolliert abgestossen wurden.

Seit 2009 wird das Immobiliengeschäft internationalisiert und Teile der dortmunder Verwaltungstätigkeit sind ausgelagert. Besondere Freude bereitet mir die Wiederaufnahme der Architekturtätigkeit, womit bewiesen wurde, dass Bismarck nicht immer Recht hatte.

u.li.: Heinrich Ingerfeld, 1938;   u.re.: Ostenhellweg 61, um 1950






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